Worüber man(n) nicht spricht – Der Männerbusen

Ein männlicher Busen ist für die betroffenen Männer ein Tabu-Thema und eine große Belastung.

Wenn er anfängt, sich meist im pubertären Alter zu entwickeln, sind die heranwachsenden Männer einfach machtlos. Es hilft kein Sport, keine Diät, einfach nichts. Dazu ist die Pubertät eine Entwicklungsphase, in der das Selbstbild und Selbstbewusstsein sich noch entwickeln. Gerade dann wiegt ein solches Schicksal für die betroffenen werdenden Männer schwer.

Die männliche Brust lässt sich schlecht mit Kleidung kaschieren. Auch eine Diät hat nur äußerst geringen Einfluss auf das Phänomen, das sich nicht verstecken lässt. Spätestens beim Besuch am Baggersee oder im Freibad wird die Brust dann ohnehin sichtbar und von den meisten als störend und unpassend wahrgenommen.

Manchmal entsteht die Gynäkomastie auch erst in einem fortgeschritteneren Alter. Das macht es nicht erheblich leichter für diejenigen, die davon betroffen sind. Die Brustdrüse wächst über ein gewisses Maß hinaus und Fett lagert sich ein. Von der Struktur ähnelt die Brust dann dem weiblichen Busen. Meist ist das, rein gesundheitlich gesehen, völlig harmlos. Es ändert jedoch nichts an dem subjektiven Leiden, das Männer empfinden, wenn sie auf ihre Körbchengröße angesprochen werden oder verstohlene Blicke ernten. Früher dachte man, dass jeder Betroffene Anabolika- oder sonstigen Drogenmissbrauch betreibt und an seinem Schicksal selbst schuld sei.

An diesem Klischee ist etwas dran, aber trotzdem bei der überwiegenden Mehrheit unzutreffend.

Selbst eine kleine, witzig gemeinte Bemerkung kann psychisch schwerwiegende Folgen haben, während körperlich eigentlich alles bestens ist. Ein minimales hormonelles Ungleichgewicht ist oft die Ursache.

Nur sehr selten kommt die Frage auf, ob die vergrößerten männlichen Brüste auch anfälliger für Brustkrebs sind. Das ist eher die absolute Ausnahme und wird vom plastischen Chirurgen genauestens untersucht, wenn sich der Mann in einer Schönheitsklinik einfindet. Es wurde noch keine andere Lösung gefunden als die chirurgische Verkleinerung.

Die Krankenkassen zahlen den Eingriff zumeist dennoch nicht.