Kurios – Ästhetische Chirurgie für Tiere

Schönheitsoperationen an Menschen sind für uns fast schon alltäglich geworden. Gefühlt hat es schon fast jeder getan. Was viele aber nicht wissen: Ästhetische Eingriffe werden auch an Tieren immer häufiger vorgenommen. Über Sinn und Unsinn wird bei diesem Thema viel gestritten. Noch mehr als beim Menschen sind im Fall von Tieren die Grenzen zwischen medizinischer Notwendigkeit und subjektivem Schönheitsempfinden manchmal schwimmend. Das Kupieren, also Stutzen, von Ruten und Ohren beim Hund ist das Paradebeispiel dafür. Während Tierschützer sich für ein Verbot dieser Praxis eingesetzt und in Deutschland bereits ein Kupierverbot erwirkt haben, weil es Tierquälerei aus Eitelkeit der Besitzer sei, argumentieren die Befürworter mit der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Tiere. So sei eine kupierte Hunderute viel besser für einen Hund, der mit langer Rute häufig Verletzungen davonträgt, besonders auf der Jagd. Ein Hängeohr des Tieres, das zum Stehohr umoperiert wird, sei besser belüftet und so sicherer vor schmerzhaften Entzündungen oder Milbenbefall. Es scheint niemals Einigkeit zwischen den Fraktionen zu herrschen und die Tiere können uns nicht mitteilen, wie sie selbst entscheiden würden. Fakt ist, dass chirurgische Eingriffe an Tieren aus rein ästhetischen Gründen in Deutschland gesetzlich verboten sind. Ob es sich um pure Eitelkeit oder medizinische Notwendigkeit handelt, ist oft genug Ansichts- und Auslegungssache. Eine Lidstraffung beim Hund durchzuführen, der ansonsten ständig Bindehautentzündungen bekommt, ist ein relativ eindeutiger Fall. Wenn aber Tiere mit Merkmalen gezüchtet werden, die reihenweise an den gesundheitlichen Folgen ihres Rassestandards leiden, schreien Tierschützer auf. Man könnte diese Merkmale auch züchterisch in relativ kurzer Zeit verändern, anstatt im Akkord zum Skalpell zu greifen. Handelt es sich um “Schönheitsfehler” einzelner Tiere, könnte man durchaus auch als Gegenargument zur Operation anbringen, dass Hunde oder Katzen eher selten von ihren Artgenossen gehänselt werden. Sie leiden im Gegensatz zum Menschen nicht an ihrem vielleicht nicht idealen Aussehen. Eine Schönheits-OP sollte bei uns Menschen eine wohl überlegte Entscheidung sein. Ein Tier kann sie nicht für sich selbst treffen.

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